Jazztage 

    Rudi Neuwirth - Vocals          

    Andreas Willers - Guitar

 

"I work with the best and Andreas continues the lineage" sagte der unvergleichliche Paul Bley über den Berliner Gitarristen und SWR -Jazzpreisträger Andreas Willers. Ähnliches hatte wohl auch Rudi Neuwirth, seines Zeichens herausragender improvisierender Vokalist im Sinn, als er die Verbindung zu Andreas Willers herstellte. Auf diese Weise haben zwei kongeniale Musiker zu Jazztage, einem außerordentlich originellen Duo Projekt zusammengefunden. Willers gilt als Ausnahmegitarrist -  mit einem enormen stilistischen Background und weiten klanglichen Möglichkeiten, die von sicherem Formgefühl und emotionaler Kraft zeugen. Rudi Neuwirth ist auf der einen Seite ein Vokalist, der sich stilistisch von vielen Vokalkollegen deutlich unterscheidet. Andreas Willers sagt über ihn: "Rudi singt einerseits Jazzstandards auf eine klare, sehr zurückhaltende, unprätentiöse Art, verbunden mit einer modernen sehr eigenen Vokalartistik. Auf der anderen Seite vermittelt er mir eine große Freiheit, einen weiten Raum Raum für improvisatorische Ausflüge in den Kreativbereich". Die beiden Musiker haben sich über die Zusammenarbeit mit John Tchicai kennengelernt, und es war für sie nach den ersten Duo-Proben für Jazztage nach wenigen Minuten klar, daß diese Begegnung eine besondere sein würde.

 

 

 

 

Die CD wurde im Oktober 2020 bei jazzhausmusik.de veröffentlicht. Erhältlich über jpcGalileo und Amazon   

 

 

 

                                                                     

Live

 

24.01.21   Berlin, Kunstfabrik Schlot - Abgesagt!

26.06.21.  Potsdam, Villa Schöningen

17.07.21.  Potsdam, Villa Schöningen 

16.12.21   Berlin, MIM - Musikinstrumentenmuseum 

 

15.09.22.  Potsdam, Kulturhaus Babelsberg

 

 

 

Rezensionen

 

Jazzpodium 12/20 -  I 1/21

Die Trilogie von Liebesliedern aus dem Great American Songbook, mit der diese Platte einsetzt, könnte einen auf leicht verdaulichen Loungejazz einstellen. Doch dann folgen noch modernere Jazzstandards von Coltrane, Shorter und Hancock. Tatsächlich jedoch würde das Duo des Sängers Rudi Neuwirth mit dem Gitarristen Andreas Willers in der Lounge wohl eher für Protest sorgen. Durchgehender Rhythmus und klar erkennbare Songstrukturen sind eher die Ausnahme. Die Musik ist gegenwärtig, ein echter Dialog. Manchmal, das legt die Besetzung wohl nahe, droht Willers den Sänger zu erschlagen, weil er so umfassend über die harmonischen, melodischen und rhythmischen Grundlagen der Stücke gebietet. Doch Willers bringt immer wieder durch textliche klangliche Ideen Menschlichkeit in eine Musik, die gelegentlich ein wenig zu kühl und technisch zu werden droht. So aber ist den den beiden eine sehr abwechslungsreiche , originelle Vokalplatte gelungen.

Stephan Richter

Jazzthetik 11/12-2020

Im Mai vergangenen Jahres fanden der Vokalist Rudi Neuwirth und der Gitarrist Andreas Willers zu ihren eigenen, ganz persönlichen Jazztagen in Willers Loft im Berliner Vorort Kleinmachnow zusammen. Neben ausgesprochen eigenwilligen Interpretationen ausgesprochen prominenter Jazzstandards - darunter Irving Berlins „They Say Its Wonderful", Wayne Shorters „Nefertiti", John Coltrans „Giant Steps", Billy Strayhorns „Lush Life und Herbei Hancocks „Dolphin Dance" - erklingen auf ihrem Debüt mit „Blueson und „Bluesoff" auch zwei Eigenkompositionen des ungewöhnlichen Duos sowie Willers`kurzes, aber den idiosynkratischen Anspruch diese Albums kondensiert auf den Punkt bringende „Zeh Moll", wobei Neuwirth elektronische Stimmmanipulationen hier auch ein wenig an die experimentellere Seite von Robert Wyatt erinnern. Überhaupt gestatten Neuwirth und Willers sich viele Freiheiten, auch gegenseitig: Songtexte werden mal gesungen, mal auch rezitiert, in den Instrumentals begnügt Neuwirth sich nicht mit Scatgesang, sondern hat auch die eine oder andere Instrumentenimitation auf den Lippen. Während Willers, als E-Gitarrist ebenso jenseits traditioneller Vorstellungen kreativ mit verzerrten Klängen die scheinbar ungetrübte Lebensfreude Ralph Rangers durch Billie Holiday populär gewordenen "Easy Living" unterläuft, stellt er sogar Kunstpfeiferqualitäten unter Beweis. Überall dazwischen: viel Mut zu Luft und Lücke. Zum überraschen Ausklang mit Jim Peppers 1969er Hit „Witchi-Tai-To" dann aber doch noch ein verhältnismäßig konventionell interpretierter Song. Eine Visitenkarte , die neugierig macht.

Harry Schmidt

 

 

Jazz Dergisi  12/2020

They can make you ask "What?!" initially but they will make the way to your hearts the more you listen and become acquainted with them. Along with classics (...), the musicians present their own original compositions, making these hard times pass more comfortably for all of us."

Emre Adam


Nefertiti (Wayne Shorter) Filmed and Recorded 2015                                                                                           Life Recording 2015, Alte Synagoge Kitzingen